Beiträge
Hannah Schott-Leser/Christoph Leser
»... im Endeffekt kam es mir'n bisschen geheuchelt vor ...« – Auswirkungen des Strukturdilemmas von Hilfe und Kontrolle auf einen Hilfeverlauf (S. 415-426)
Der Beitrag von Hannah Schott-Leser und Christoph Leser entstand im Rahmen einer größeren Untersuchung über das Gelingen pädagogischer Beziehungen in einem Präventionsprojekt. Die in dieser Untersuchung mit Jugendlichen durchgeführten narrativen Interviews enthielten unter anderem Darstellungen ihrer Erfahrungen mit sozialpädagogischen Hilfen. Das ausgewählte Interview enthält die eindrückliche Perspektive eines Sechzehnjährigen auf die pädagogischen Beziehungen zu zwei Sozialpädagogen. Darin wird deutlich, dass im Kontext einer als freundschaftlich wahrgenommenen pädagogischen Beziehung das Kontrollhandeln der Pädagogen als Vertrauensbruch beziehungsweise als zweckdienliche Heuchelei gedeutet wird, was letztlich auch zum Abbruch der Maßnahme führt.
Michael Wutzler
Familienbilder und Kooperationsfamilien in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe (S. 427-449)
Im Zentrum der Ausführungen von Michael Wutzler steht die Einführung und Etablierung des analytischen Begriffs der Kooperationsfamilie. Zunächst wird die Bedeutung von Familienbildern und Orientierungsmustern der Fachkräfte aufgearbeitet, um den Begriff der Kooperationsfamilie konzeptionell abgrenzen zu können. Dabei kann zugleich gezeigt werden, wie Familien(leit)bilder von Fachkräften zugunsten konkreter Kooperationsbündnisse an Bedeutung verlieren. Anschließend wird anhand der Analyse eines Falls beispielhaft auf Kooperationsfamilien eingegangen sowie das analytische Potenzial des Begriffs Kooperationsfamilie aufgezeigt und veranschaulicht.
Josef Freise
Kompetenzen für eine religionssensible Soziale Arbeit (S. 450-462)
Der Dreiteilung – religiöse Wissens-, Handlungs- und Haltungskompetenz – folgend erläutert Josef Freise in seinen Überlegungen zu einer religionssensiblen Sozialen Arbeit in einem ersten Zugang Wissenszusammenhänge, die für die Soziale Arbeit relevant sind. Dazu gehören ein adäquater Religionsbegriff, entwicklungspsychologische, sozialwissenschaftliche und religionswissenschaftliche Überlegungen. Aus verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit werden dann im zweiten Schritt Handlungsmodelle beispielhaft vorgestellt, die religiöse Aspekte beinhalten. Der Beitrag schließt mit Überlegungen zu Kompetenzen einer religionssensiblen Sozialen Arbeit und legt dabei einen Schwerpunkt auf die Bedeutung weltanschaulich-religiöser Selbstkompetenz.
Werner Schönig
Vielgestaltigkeit von Netzwerken in der Sozialen Arbeit. Skizze einer Typologie anhand der Leitkriterien Nähe und Offenheit (S. 463-472)
Werner Schönig konzentriert sich auf Probleme der Typisierung von Netzwerken und unterscheidet zwei theoretisch unterschiedliche Herangehensweisen, die man als induktiv beziehungsweise deduktiv bezeichnen kann. Beide werden dann in einem weiteren Schritt verknüpft und durch Beispiele von Netzwerken in der Sozialen Arbeit illustriert. Mit diesem Vorgehen könnte ein Dissens der Netzwerkorientierung in der Sozialen Arbeit zumindest teilweise entschärft sein.
Michael May/Susan Smeaton/Melanie Sittig
Die psychosoziale Dimension der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung. Ergebnisse einer Bestands- und Bedarfserhebung (S. 473-483)
Im Zentrum des Beitrages von Michael May, Susan Smeaton und Melanie Sittig stehen Ergebnisse aus einer bundesweiten online-Befragung zur Bestands- und Bedarfsermittlung bezüglich der Frage der praktisch eingesetzten Kompetenzen von Professionellen in der Spezialisierten Ambulanten Pallativversorgung (SAPV) sowie den Qualifizierungsbedarfen, wobei der psychosozialen Dimension besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. Zunächst wird der Einsatz spezifischer Kompetenzen in der Praxis beleuchtet, um dann der Frage nach spezifischen Kompetenzprofilen nachzugehen und schließlich die Qualifizierungsbedarfe zu skizzieren, wie sie von den Befragten artikuliert wurden.
NP-Diskurs über eine neue Kinder- und Jugendhilfe
Christian Schrapper
SGB VIII Reform: Grundsätzliche Anmerkungen zu veränderten Begriffen und zur Neuregelung der Hilfeplanung im Arbeitsentwurf vom 23.8.2016 (S. 484-490)
Holger Ziegler
Sozialpädagogik vs. SGB VIII Reform (S. 491-499)
Karin Böllert
Zur Reform des SGB VIII: Notwendige Sortierungen (S. 500-513)
Bericht
Yvonne Kahl
Auf dem Weg in die »Zone der Entkoppelung«? – Überlegungen zu Teilhabe und Ausgrenzung psychisch Kranker anhand des Castel’schen Zonenmodells (S. 514-519)
NP-Aktuell
Aktuelle Informationen (S. 521-524)