Einzelbeiträge

 

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_pdf-klDie Untersuchungen zum Umgang mit Fehlern im Kinderschutz werfen viele Fragen auf. Kay Biesel, Thomas Meysen und Christian Schrapper setzen sich in ihrem Beitrag mit der von Thomas Klatetzki vorgelegten Analyse von Fehleruntersuchungen und seinem kritischen Blick auf die Profession der Sozialen Arbeit auseinander. Ihr Anliegen ist, den Blick interdisziplinär zu weiten, um eine produktive Debatte über diese Kritik und Vorschläge weiterzuführen.

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_pdf-klAnnette Noller fragt in ihrem Beitrag nach Werten, die dem digitalen und sozialen Wandel zugrunde liegen. Ihr Augenmerk liegt auf einen implizit und gelegentlich auch explizit benannten Leitwert des digitalen Wandels, die »Optimierung«. Es geht aber auch um die Frage, wie Zukunft gut, das heißt ›optimal‹ in einem ethischen Sinne, gestaltet werden soll und welchen Beitrag Soziale Arbeit zu den sozialethischen und anthropologischen Herausforderungen einer ›Optimierungsgesellschaft‹ leisten kann.

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_pdf-klDie Ausführungen von Grit Hoppner und Anna-Sophia Brinkmann sollen zur weiteren empirischen Auseinandersetzung mit Materialität in Debatten der Sozialen Arbeit beitragen und dazu die Funktionen von Dingen in der Lebenswelt von Adressat_innen ausloten. Theoretischer Bezugspunkt stellt Hans Thiersch’s Verständnis von Lebenswelt dar, in dem Dinge zwar vorkommen, nicht aber deren Funktionen in der Hervorbringung von Lebenswelten, sozialen Problemen und von Sozialer Arbeit systematisch ausgelotet werden.

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_pdf-klRainer Schliermann, Irmgard Schroll-Decker, Julia Schuder und Hans Gruber unternehmen mit ihrer empirisch-quantitativen Studie den Versuch herauszufinden, welche Auswirkungen studien- und praxisbezogene Interkulturalitäts-Begegnungen auf den Erwerb Interkultureller Sensibilität der Studierenden der Studiengänge Soziale Arbeit haben. Die untersuchten Rahmenbedingungen wurden in personen-, ausbildungs- und berufsbezogene interkulturelle Erfahrungsbildung eingeteilt, wobei unterstellt wurde, dass diese Erfahrungsbildung den Erwerb Interkultureller Sensibilität fördert.

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_pdf-klWas bedeutet Frieden für die kritische, was für die post-kritische Pädagogik? Diese Frage wird von Franz Kasper Kronig an einem dokumentierten friedenspädagogischen Projekt in einer Kindertageseinrichtung diskutiert, das sich weder als kritisch noch als post-kritisch bezeichnen lässt und daher genau in diesem Sinne als nicht-kritisch. Wie würde also eine fiktive kritische Pädagogin, wie würde ein fiktiver post-kritischer Pädagoge im Team der Einrichtung das Projekt reflektieren und in seinem oder ihrem Sinne verändern? 

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_pdf-klWenngleich sich die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen der Covid-19-Pandemie gegenwärtig noch gar nicht absehen lassen, ist zu diskutieren, ob sie egalisierend, verteilungspolitisch indifferent oder eher polarisierend wirkt. In einer solchen Ausnahmesituation treten zudem die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, sozialen Defizite und politischen Versäumnisse eines Landes deutlicher hervor oder verschärfen sich. Nach Christoph Butterwegge kann eine Analyse der Pandemiefolgen wichtige Erkenntnisse im Hinblick auf die künftige Entwicklung von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat liefern. Dies gilt auch und gerade für die Soziale Arbeit.

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_pdf-klDie Angst(-politik) bildet den Ausgangspunkt für die kritisch-reflexiven Überlegungen von Katrin Haase zu einer Sozialen Arbeit in der Angstgesellschaft. Der Diskussions- und Forschungsstand zeigt, dass die Angst der Menschen, die sich rechtspopulistischen Bewegungen anschließen und die rechtspopulistische Parteien wählen, in den vergangenen Jahren nicht nur die Politik beschäftigt, sondern ebenso Aufmerksamkeit in der Wissenschaft gefunden hat. Damit nähert sich der Beitrag den (Un-)Möglichkeiten an, dem erstarkenden Rechtspopulismus im Rahmen Sozialer Arbeit zu entgegnen.

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_pdf-klRessourcenorientierung ist in den Denk- und Handlungsansätzen der Sozialen Arbeit ein grundlegendes Element. Es fehlt jedoch eine Ressourcentheorie, die konzeptionell den transdisziplinären Ansatz aufnimmt und gestaltet. Der Beitrag von Alban Knecht und Franz-Christian Schubert greift relevante Aspekte aus bestehenden soziologischen, philosophischen, psychologischen, und sozialarbeiterischen Ressourcenkonzepten auf, stellt konzeptionelle Bezüge her und entwickelt eine transdisziplinäre Ressourcenkonzeption, die vor allem im Theorie- und Handlungsspektrum der Sozialen Arbeit, aber nicht nur dort, grundlegend sein kann.

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_pdf-klAusgangspunkt und Motivation für die vorliegende Studie von Antonia Finckh ist die explorative Annäherung an die Familiäre Bereitschaftsbetreuung im Hinblick auf die Einbeziehung in den wissenschaftlichen Diskurs um typische Problemlagen in den familienanalogen Hilfen zur Erziehung. Methodisch ist dabei im Sinne einer subjektorientierten pädagogischen Forschung auf eine qualitativrekonstruktive Herangehensweise gesetzt worden.

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_pdf-klIn dem Beitrag von Tim-Nicolas Korf zum Einfluss literarischer Texte auf die Entfaltung genuiner sozialpädagogischer Kompetenzen geht es nicht um den unstreitbaren Nutzen, den literarische Texte bei der Überwindung persönlicher Krisenerfahrungen haben können, sondern gewissermaßen um die Auslotung des Krisenauslösungspotenzials derselben. Um die mögliche curriculare Bedeutung literarischer Texte für die Soziale Arbeit verständlich herausstellen zu können, werden zwei bislang unverbundene Diskurse miteinander in Beziehung gesetzt. 

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_pdf-klWie Fachkräfte Sozialer Arbeit die Herausforderungen der Asylpolitik handlungspraktisch bearbeiten und welche Handlungsorientierungen ihrer Praxis zugrunde liegen, ist bislang kaum empirisch erforscht. Vor diesem Hintergrund werden von Julia Franz und Sonja Kubisch Beispiele aus einem Lehrforschungsprojekt und einer zuwendungsgeforderten Studie vorgestellt, die darauf zielen, die Logik der Praxis zu rekonstruieren. Sie bilden die empirische Basis, um Fragen der Möglichkeiten und Grenzen professionellen Handelns im Kontext von Flucht und Asyl zu durchdenken und grundsätzliche theoretisch-konzeptionelle Überlegungen zu Professionalität anzustellen.

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_pdf-klDie Auseinandersetzung mit Ansätzen von Peer-Research und partizipativen Ansätzen in der sozialpädagogischen Forschung findet aktuell im deutschsprachigen Raum und in Polen kaum statt. Mariusz Granosik, Gunther Graßhoff und Anna Jarkiewicz reflektieren in ihrem Beitrag diese Differenz und suchen nach Erklärungen. In einem zweiten Schritt wird dann die These untermauert, dass sozialpädagogische Forschung sich künftig diesem Problem von Partizipation in der Forschung stellen muss.

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_pdf-klDie Coronakrise offenbart in eklatanter Weise die ohnehin gegebene Pflegekrise. Belastungen nehmen für Pflegepersonal wie pflegebedürftige Menschen weiter zu. Die spezifische Situation lasst grundlegende Probleme wie Personalmangel in der Pflege deutlich hervortreten und verschärft sie noch. Caroline Schmitt und Hans Günther Homfeldt unterstreichen, dass in diesem Feld ≫systemrelevante≪ Fachkräfte in einem facettenreichen Aufgabenbereich agieren und zeigen die Bedeutsamkeit einer grundlegenden Stärkung sozialer Sorge und damit einhergehend der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit im Feld der Pflege auf.

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_pdf-klLernen aus Erfahrung in der beruflichen Praxis wird besonders relevant, weil sich in der Erfahrung die Unterschiedlichkeit der Falle zeigt und damit die Notwendigkeit einhergeht, das Wissen fallspezifisch anzuwenden. Noch nicht ausreichend untersucht ist, wie sich Vorerfahrung und welche Art von Vorerfahrung auf die Kompetenzentwicklung konkret auswirken. In ihrer Studie geht Marlene Henrich zunächst auf die Rolle der Vorerfahrung in der Beratungskompetenzentwicklung ein, stellt dann das Untersuchungsdesign dar, um anschließend die Ergebnisse der Unterschiede in der Wissensbildung, der Kompetenzwerte sowie der Domänenspezifizität deskriptiv vorzustellen und zu diskutieren.

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_pdf-klIn seiner kritischen Betrachtung analysiert Thomas Klatetzki den gegenwärtigen Umgang mit Fehlern und Verantwortung in der Kinder- und Jugendhilfe. Zu diesem Zweck geht er zunächst auf das Vorgehen und die Struktur von Fehleranalysen bei der Untersuchung von tragischen Kinderschutzverläufen ein, um anschließend die Reaktionen des Personals und Managements auf diese Vorgehensweise zu skizzieren. Seine zentrale These ist, dass die Fehler im Kinderschutz auf der Produktion von Nichtwissen in den Organisationen der Kinderund Jugendhilfe beruhen. Den Abschluss der Ausführungen bildet ein Vorschlag für die Neustrukturierung des Kinderschutzes in Form einer klugen Organisation.

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_pdf-klIn seiner professionstheoretischen Deutung nimmt Nikolaus Meyer die hochschulische Qualifizierungsphase als wesentliche Phase der beruflichen Lizenzierung in den Blick. Dabei geht es keineswegs nur um ›eine‹ spaltende Entwicklung in dieser bedeutsamen Phase der Verberuflichung und auch nicht um eine reine »Krisenmetaphorik, sondern um den bereits begonnenen radikalen Umbau des bisher bekannten Qualifizierungssystems. Nach seiner Einschätzung werden die hier vorzufindenden Entwicklungen Profession und Disziplin langfristig beschäftigen und das Bild der Sozialen Arbeit nachhaltig verändern.

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_pdf-klZentrales Thema des Beitrags von Anja StillerCarolin NeubertSaskia Kretschmer und Monika Haug ist die Dokumentation von Fällen im digitalen Jugendhilfe-System in Jugendämtern. Nach einem Rekurs auf rechtliche Grundlagen der Dokumentation im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie auf deren funktionale Bedeutung werden die Probleme beschrieben, die sich im Rahmen eines Forschungsprojektes ergeben haben, in dem Jugendamtsakten des Allgemeinen Sozialen Dienstes als Datenbasis herangezogen wurden. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen wird sich abschließend mit der Frage beschäftigt, wie das Potenzial von Falldokumentationssystemen ausgeschöpft werden könnte – zur Verbesserung der Arbeit im Jugendamt sowie zugleich im Rahmen von Forschungsprojekten.

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_pdf-klJoshua Weber verfolgt in seinem Beitrag zwei Ziele: Einerseits soll empirisch ausgewiesen werden, wie es um die Berücksichtigung digitalisierungsbezogener Aspekte in Bachelorstudiengängen der Sozialen Arbeit bestellt ist. Andererseits sollen darauf aufbauende Überlegungen zur curricularen Integration digitalisierungsbezogener Inhalte zur Diskussion gestellt werden. Dazu werden Ergebnisse einer Untersuchung von Modulhandbüchern von Bachelorstudiengängen Sozialer Arbeit in Deutschland mit Gültigkeit zum Wintersemester 2018/19 präsentiert.

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_pdf-klWas ist eigentlich Armut und wie wird sie begriffen? In seiner kritischen Reflexion kommt Ronald Lutz zu dem Schluss, dass unsere Gesellschaft, trotz bestehender Skandalisierung von Verbänden und Wissenschaft, sich mit Armut arrangiert hat – im Klartext: Es findet eine Normalisierung von Armut statt, die sich tendenziell auch mit einer neuerlichen Moralisierung auflädt. Die Soziale Arbeit muss dies als Chance und Herausforderung begreifen ihren Horizont wieder zu weiten und darin politischer zu werden. 

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_pdf-klVor dem Hintergrund der Migration und Wanderungsbewegungen unserer Zeit stellt die Angst vor den Anderen in unserer Gesellschaft eine Quelle der Beunruhigung dar. In diesem Kontext zeigt Christian Wevelsiep den Wert einer gesellschaftspolitischen und sozialtheoretischen Grundlagenreflexion auf und stellt dabei die Frage, inwieweit diese Entwicklungen sich auf die Formen der gesellschaftlichen Solidarität, insbesondere auf die Bedingungen der Sozialen Hilfe auswirken. 

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