Einzelbeiträge

 

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_pdf-klWie Fachkräfte Sozialer Arbeit die Herausforderungen der Asylpolitik handlungspraktisch bearbeiten und welche Handlungsorientierungen ihrer Praxis zugrunde liegen, ist bislang kaum empirisch erforscht. Vor diesem Hintergrund werden von Julia Franz und Sonja Kubisch Beispiele aus einem Lehrforschungsprojekt und einer zuwendungsgeforderten Studie vorgestellt, die darauf zielen, die Logik der Praxis zu rekonstruieren. Sie bilden die empirische Basis, um Fragen der Möglichkeiten und Grenzen professionellen Handelns im Kontext von Flucht und Asyl zu durchdenken und grundsätzliche theoretisch-konzeptionelle Überlegungen zu Professionalität anzustellen.

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_pdf-klDie Auseinandersetzung mit Ansätzen von Peer-Research und partizipativen Ansätzen in der sozialpädagogischen Forschung findet aktuell im deutschsprachigen Raum und in Polen kaum statt. Mariusz Granosik, Gunther Graßhoff und Anna Jarkiewicz reflektieren in ihrem Beitrag diese Differenz und suchen nach Erklärungen. In einem zweiten Schritt wird dann die These untermauert, dass sozialpädagogische Forschung sich künftig diesem Problem von Partizipation in der Forschung stellen muss.

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_pdf-klDie Coronakrise offenbart in eklatanter Weise die ohnehin gegebene Pflegekrise. Belastungen nehmen für Pflegepersonal wie pflegebedürftige Menschen weiter zu. Die spezifische Situation lasst grundlegende Probleme wie Personalmangel in der Pflege deutlich hervortreten und verschärft sie noch. Caroline Schmitt und Hans Günther Homfeldt unterstreichen, dass in diesem Feld ≫systemrelevante≪ Fachkräfte in einem facettenreichen Aufgabenbereich agieren und zeigen die Bedeutsamkeit einer grundlegenden Stärkung sozialer Sorge und damit einhergehend der gesundheitsbezogenen Sozialen Arbeit im Feld der Pflege auf.

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_pdf-klLernen aus Erfahrung in der beruflichen Praxis wird besonders relevant, weil sich in der Erfahrung die Unterschiedlichkeit der Falle zeigt und damit die Notwendigkeit einhergeht, das Wissen fallspezifisch anzuwenden. Noch nicht ausreichend untersucht ist, wie sich Vorerfahrung und welche Art von Vorerfahrung auf die Kompetenzentwicklung konkret auswirken. In ihrer Studie geht Marlene Henrich zunächst auf die Rolle der Vorerfahrung in der Beratungskompetenzentwicklung ein, stellt dann das Untersuchungsdesign dar, um anschließend die Ergebnisse der Unterschiede in der Wissensbildung, der Kompetenzwerte sowie der Domänenspezifizität deskriptiv vorzustellen und zu diskutieren.

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_pdf-klIn seiner kritischen Betrachtung analysiert Thomas Klatetzki den gegenwärtigen Umgang mit Fehlern und Verantwortung in der Kinder- und Jugendhilfe. Zu diesem Zweck geht er zunächst auf das Vorgehen und die Struktur von Fehleranalysen bei der Untersuchung von tragischen Kinderschutzverläufen ein, um anschließend die Reaktionen des Personals und Managements auf diese Vorgehensweise zu skizzieren. Seine zentrale These ist, dass die Fehler im Kinderschutz auf der Produktion von Nichtwissen in den Organisationen der Kinderund Jugendhilfe beruhen. Den Abschluss der Ausführungen bildet ein Vorschlag für die Neustrukturierung des Kinderschutzes in Form einer klugen Organisation.

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_pdf-klIn seiner professionstheoretischen Deutung nimmt Nikolaus Meyer die hochschulische Qualifizierungsphase als wesentliche Phase der beruflichen Lizenzierung in den Blick. Dabei geht es keineswegs nur um ›eine‹ spaltende Entwicklung in dieser bedeutsamen Phase der Verberuflichung und auch nicht um eine reine »Krisenmetaphorik, sondern um den bereits begonnenen radikalen Umbau des bisher bekannten Qualifizierungssystems. Nach seiner Einschätzung werden die hier vorzufindenden Entwicklungen Profession und Disziplin langfristig beschäftigen und das Bild der Sozialen Arbeit nachhaltig verändern.

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_pdf-klZentrales Thema des Beitrags von Anja StillerCarolin NeubertSaskia Kretschmer und Monika Haug ist die Dokumentation von Fällen im digitalen Jugendhilfe-System in Jugendämtern. Nach einem Rekurs auf rechtliche Grundlagen der Dokumentation im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie auf deren funktionale Bedeutung werden die Probleme beschrieben, die sich im Rahmen eines Forschungsprojektes ergeben haben, in dem Jugendamtsakten des Allgemeinen Sozialen Dienstes als Datenbasis herangezogen wurden. Unter Berücksichtigung dieser Ausführungen wird sich abschließend mit der Frage beschäftigt, wie das Potenzial von Falldokumentationssystemen ausgeschöpft werden könnte – zur Verbesserung der Arbeit im Jugendamt sowie zugleich im Rahmen von Forschungsprojekten.

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_pdf-klJoshua Weber verfolgt in seinem Beitrag zwei Ziele: Einerseits soll empirisch ausgewiesen werden, wie es um die Berücksichtigung digitalisierungsbezogener Aspekte in Bachelorstudiengängen der Sozialen Arbeit bestellt ist. Andererseits sollen darauf aufbauende Überlegungen zur curricularen Integration digitalisierungsbezogener Inhalte zur Diskussion gestellt werden. Dazu werden Ergebnisse einer Untersuchung von Modulhandbüchern von Bachelorstudiengängen Sozialer Arbeit in Deutschland mit Gültigkeit zum Wintersemester 2018/19 präsentiert.

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_pdf-klWas ist eigentlich Armut und wie wird sie begriffen? In seiner kritischen Reflexion kommt Ronald Lutz zu dem Schluss, dass unsere Gesellschaft, trotz bestehender Skandalisierung von Verbänden und Wissenschaft, sich mit Armut arrangiert hat – im Klartext: Es findet eine Normalisierung von Armut statt, die sich tendenziell auch mit einer neuerlichen Moralisierung auflädt. Die Soziale Arbeit muss dies als Chance und Herausforderung begreifen ihren Horizont wieder zu weiten und darin politischer zu werden. 

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_pdf-klVor dem Hintergrund der Migration und Wanderungsbewegungen unserer Zeit stellt die Angst vor den Anderen in unserer Gesellschaft eine Quelle der Beunruhigung dar. In diesem Kontext zeigt Christian Wevelsiep den Wert einer gesellschaftspolitischen und sozialtheoretischen Grundlagenreflexion auf und stellt dabei die Frage, inwieweit diese Entwicklungen sich auf die Formen der gesellschaftlichen Solidarität, insbesondere auf die Bedingungen der Sozialen Hilfe auswirken. 

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_pdf-klSven Back beschäftigt sich mit der Frage: Wie erleben Studierende an deutschen Hochschulen und Universitäten mit psychischen Erkrankungen ihren Studienalltag? Der Beitrag soll Impulse setzten für die Soziale Arbeit, diskriminierende, stigmatisierende und exkludierende Strukturen sichtbar machen, aufbrechen und schließlich zur Disposition stellen um dann in einem folgenden Prozess durch gewonnene Erkenntnisse Handlungsweisen zu innovieren. 

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_pdf-klIn ihrem Beitrag beschreiben Nora Jehles und Kristine Blatter, wie die nordrheinwestfälischen Jugendämter nach dem zum 1. August 2014 in Kraft getretenem KiBiz bei der bedarfsgerechten Verteilung der Landeszuschüsse auf die einzelnen Kitas vorgegangen und welche Barrieren dabei aufgetreten sind. Mittlerweile ist ein Referentenentwurf für eine neue Version des KiBiz vorgelegt worden, die am 1. August 2020 in Kraft treten wird, wonach u.a. die zu verteilende Gesamtfördersumme erhöht wird, während der Verteilungsmodus unverändert bleibt. 

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_pdf-klVor dem Hintergrund, dass pädagogische Fachkräfte an differenten Schaltstellen in die Arbeit mit jungen Geflüchteten involviert sind, rekonstruiert Caroline Schmitt anhand von offenen Leitfadeninterviews mit Fachkräften aus Clearingstellen, Folgeeinrichtungen, Gemeinschaftsunterkünften sowie der Asyl- und Verfahrensberatung, welche Sichtweise sie auf die junge Adressat*innengruppe einnehmen, wie sie ihren pädagogischen Auftrag verstehen und die pädagogische Beziehung zu den jungen Geflüchteten ausrichten. Die gewonnenen Erkenntnisse werden unter Hinzunahme von Theorien zu professionellem Handeln verdichtet und münden in eine Typologie verschiedener Beziehungsmuster.

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_pdf-klAlmut Zwengel beschäftigt sich in ihrer Untersuchung mit der Verstetigung eines ehrenamtlichen Engagements für Geflüchtete. Ausgehend davon, dass das ehrenamtliche Engagement für Geflüchtete in den Jahren 2015 und 2016 erheblich zugenommen hat und dass es nach der Überwindung der akuten Notlage zu einem Rückgang kam, wobei das Ehrenamt vermutlich stärker verbreitet geblieben ist als zuvor, steht die Frage im Raum, welches die Voraussetzungen einer solchen Verstetigung waren.

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_pdf-klAusgangspunkt des Beitrags von Julia Brielmaier ist die bis dato fast gänzlich unbeachtete Frage, welches Verhältnis berufstätige Sozialarbeitende überhaupt zu den Theorien der Sozialen Arbeit haben. Mit Rückgriff auf bestehende wissenschaftstheoretische Überlegungen wird zur theoretischen Rahmung zunächst der Begriff der Theorien der Sozialen Arbeit dargelegt. Im empirischen Teil werden neben deskriptiv-statistischen Ergebnissen, auch Befunde der Auswertung einer offenen Frage präsentiert, um einen ersten Eindruck zu erhalten, welche Theorien in der Praxis präsent zu sein scheinen.

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_pdf-klChristophe Roulin zeigt auf, wie in der Schweiz Motivation von Sozialarbeitenden wahrgenommen und in der Aktenführung thematisiert wird. Nach einem Exkurs auf die Art der Datenerhebung und deren Auswertung wird analysiert, dass vor allem die Motivation zur Veränderung der Lebensführung anschlussfähig an die Prozesse im Sozialdienst ist. Motivation wird dabei je nach Kontext und organisationalen Zielen als inhaltsleere Kategorie herausgearbeitet. Abschließend folgt eine Erläuterung, wie Motivation vor dem Hintergrund biografischer Aspekte zu verorten ist.

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_pdf-klSoziale Arbeit beschäftigt sich mit Theorien über die Entstehung von Konflikten, mit Lösungsstrategien in Konflikten, Fragen der Macht, Fragen der Sozialisation und daraus resultierenden Einstellungen zu bestimmten Themen. Daher ist sie nach Ansicht von Alina Peters auch angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen dafür prädestiniert, sich mit Fragestellungen rund um Frieden und Krieg zu beschäftigen, was in der Sozialen Arbeit bislang kaum geschieht, weder auf Fachtagungen noch im Studium oder in aktuellen Fachartikeln. 

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_pdf-klAusgehend von Befunden des Forschungsprojektes »Umgang mit und Deutungen von Armut in Kindertagesstätten« gehen Stephanie Simon, Jessica Prigge, Barbara Lochner und Werner Thole den Fragen nach, wie Pädagog*innen Armut respektive Kinderarmut rahmen und thematisieren und wo sie die pädagogische Verantwortung für die adäquate Unterstützung der Kinder im Verhältnis von Familie und Institution verorten.

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_pdf-klZiel des Beitrags von Hannah Kristin Dehm ist es, anknüpfend an regulationstheoretische Beiträge zur Theoretisierung des Verhältnisses von Staatlichkeit und Sozialer Arbeit, tendenziell deterministische Annahmen des Verhältnisses zurückzuweisen und am Beispiel der Willkommensbesuche in den Frühen Hilfen – die in den letzten fünfzehn Jahren als neues Handlungsfeld der Sozialen Arbeit etabliert wurden – das dialektische Verhältnis aktivierungspolitisch induzierter Angebote Sozialer Arbeit herauszuarbeiten.

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_pdf-klKay Biesel und Heinz Messmer skizzieren Auftrag, Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der Jugendhilfeinspektion als Instrument der Fachaufsicht in Hamburg. Daran anschließend werden die zentralen Befunde dargestellt und abschließend vor dem Hintergrund der vorliegenden Ergebnisse u.a. die Frage nach einer für die öffentliche Kinder- und Jugendhilfe angemessenen und adressat(inn)engerechten Form von Fachaufsicht weiterverfolgt.

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