2013

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_pdf-klGünter Roth unternimmt den Versuch, Gratwanderungen der Sozialen Arbeit in der Sozialwirtschaft am Beispiel der Berliner Treberhilfe aufzuzeigen und damit die komplexe, widersprüchliche Logik ihres »Absturzes« im Nebel von Moral, Macht und Geld weiter aufzuklären. Denn dieser auf den ersten Blick so eindeutige, in der Fachwelt aber auf wenig Resonanz gestoßene Fall wirft bei näherer Betrachtung schwierige grundsätzliche Fragen nach dem widersprüchlichen Selbstverständnis und der Steuerung Sozialer Arbeit im sich zur »Sozialwirtschaft« wandelnden »Sozialwesen« auf.

 

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_pdf-klDie Praxis sozialpädagogischen Handelns steht nach Joachim Weber vor Machiavellis Frage, was wir mehr lieben, die Welt gemeinsamen Handelns mit ihrem Situationspotenzial oder unsere eigene moralische Integrität. Danach entscheidet sich, ob wir das praktische Situationspotenzial mit moralischen Imperativen oder methodischen Konzepten beschneiden und damit versuchen unter unsere Kontrolle zu bringen, oder aber ob wir im Gegenteil dieses Situationspotenzial zur Entfaltung bringen und damit Freiheit ermöglichen.

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_pdf-klVon Erich Hollenstein und Frank Nieslony wird als Beispiel für offensives Handeln im Rahmen der Jugendhilfe ein auf moderne Bildungsprozesse ausgerichtetes Handlungsfeld dargestellt. Ihrer Ansicht nach ist eine offensive Schulsozialarbeit aufgrund ihres jetzigen Entwicklungsstandes wie auch aufgrund ihres Professionalisierungsprozesses sehr wohl in der Lage, sich in dem »Bildungszug« vom »Trittbrett« in das Innere der Wagons hineinzuwagen oder besser: Sie befindet sich bereits dort!

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_pdf-klIn Methodenseminaren steht im Allgemeinen für Studierende die Frage an erster Stelle, was Methodenkonzepte konkret für ihre spätere Praxis leisten. Für ein planvolles und reflektiertes Handeln im Berufsalltag sind zunächst aber inhaltliche Grundlagen mittels methodisch-theoretischer Auseinandersetzung und entsprechender Lektüre zu entwickeln in Bezug auf das Verhältnis von Kosten, Effizienz und Qualität der Sozialen Arbeit. Insofern versteht Cornelia Kling-Kirchner ihren Beitrag als Einstieg in eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Frage des Für und Wider desCase Managements.

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_pdf-klDie Studie von Sabrina Dahlheimer zur Bedeutung von Freundschaft im Zeitalter virtueller Netzwerke beginnt zunächst mit einer Synopse phänomenologischer und theoretischer Bestimmungen von Freundschaft. Daran anknüpfend werden auf der Grundlage von Ergebnissen einer teilstandardisierten Online-Befragung, welche im Jahr 2010/2011 durchgeführt wurde, zentrale Fragestellungen zu den Funktions- und Relevanzstrukturen entworfen und einer empirischen Prüfung unterzogen. Diese werden abschließend diskutiert und durch einen Ausblick auf künftige Implikationen für Forschung und soziale Praxis abgerundet.

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_pdf-klWeshalb schlagen weibliche Jugendliche zu und was bewegt sie wiederum, von physischer Gewalt Abstand zu nehmen? Im deutschsprachigen wissenschaftlichen Kontext liegen erst wenige Untersuchungen hierzu vor. Noch spärlicher sind die Forschungsergebnisse hinsichtlich der Prozesse, welche die Mädchen aus der Gewaltausübung herausführen. Vor welchem Hintergrund und in welcher Weise orientieren sich junge Menschen um, die zuvor regelmäßig und in hohem Ausmaß physische Gewalt angewandt hatten? Wer oder was hilft ihnen, neue Verhaltensweisen zu entwickeln? Rahel Heeg und Michaela Paul suchen nach Antworten auf diese Fragen in den Deutungsmustern Gewalt ausübender oder ehemals Gewalt ausübender Mädchen und junger Frauen.

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_pdf-klAusgehend von der Fragestellung, wozu eigentlich ein Hort dienen soll und ob so etwas wie eine eigenständige sozialpädagogische Idee des Hortes identifizierbar ist, beschreiben Hans Gängler, Katharina Weinhold und Thomas Markert zunächst, weshalb Horte entstanden sind, wie ihre Gründung legitimiert wurde und welche Aufgaben ihnen im Kontext der jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zugewiesen wurden. Im Weiteren wird auf die gegenwärtige Stellung und Funktion des Hortes auf der Regelungs- und Statistikebene eingegangen und schließlich der Versuch unternommen, die Variationsbreite des »Hortes« im Rahmen des bundesdeutschen Bildungsföderalismus darzustellen und zu systematisieren.

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_pdf-klIn dem Beitrag von Hans Thiersch geht es um Grundmuster in der Sozialen Arbeit, die die allgemeinen Tendenzen sowie Aufgabenstrukturen bestimmen und notwendig sind, um sich nicht in der Unübersichtlichkeit zu verlieren und damit in der Handlungsfähigkeit gelähmt oder zum Spielball der Tendenzen zu werden, die unter der Unübersichtlichkeit liegen und sich in ihr verstecken. Da Grundmuster nur einen ersten vorläufigen Rahmen zur Orientierung geben und sich verschieben beziehungsweise überlappen, entstehen immer neue Fragen der Bestimmung und Auslegung.

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_pdf-klDer Beitrag Nicole von Langsdorff ist ein Versuch, die Perspektiven auf die Entstehung jugendhilferelevanter Konfliktlagen in Biografien von Mädchen (mit Migrationsgeschichte) um einen mehrdimensionalen Blick auf soziostrukturelle und soziokulturelle Konstellationen im Kontext von Intersektionalität zu erweitern. Wie konkret intersektionale »Wirkprozesse« in kapitalistisch geprägten Gesellschaftsformationen zur Entstehung von jugendhilferelevanten Konfliktlagen (im Migrationskontext) beitragen und welche Veränderungen sich in diesemKontext auf der Interaktionsebene der Subjekte vollziehen, stellt die zentraleFragestellung dieses Beitrags dar.

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_pdf-klZielsetzung von Melanie Groß und Sonia Kibbel ist es, den Themenkomplex der aktuellen Krisenproblematiken im Hinblick auf die Zukunftsversionen und Lebenschancen von Jugendlichen kursorisch darzustellen und aufzuzeigen, dass dessen Verknüpfung mit der Konzeptualisierung und Standortbestimmung der Jugendarbeit notwendig ist und »fruchtbaren Boden« bieten kann. Um die Handlungsoptionen für Subjekte im Lokalen deutlich zu machen, wird dann als Ausblick abschließend auf das Konzept des Urban Gardening eingegangen.

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_pdf-klAnknüpfend an eine zumeist vergessene Fachtradition aus den USA der 1930er bis 1940er Jahre, die sich in einer kritischen Auseinandersetzung mit den damals dominierenden Ansätzen eines psychoanalytisch orientierten Casework entwickelte, unternimmt Burkhard Müller den Versuch, den Grundgedanken dieses Konzeptes herauszuarbeiten. Beginnend mit den Fragen zu den Grenzen des Modells, das professionelles Handeln einerseits als »stellvertretende Krisenbewältigung« versteht und diese andererseits unter den Bedingungen der Eingebundenheit in andere Handlungslogiken reflektiert, schließt sich sein Plädoyer an, dass es sich lohnt an jenes historische Alternativmodell neu anzuknüpfen.

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_pdf-klChristoph Karlheim und Hermann Steffen gehen in ihrem Beitrag zur gesundheitsbezogenen Selbsthilfe den Fragen nach, welche Relation und Differenz sich zwischen der »realen« und »virtuellen« Selbsthilfe in Bezug auf Zielsetzung und Ausgestaltung ihrer Aktivitäten aufzeigen lässt und wie zukünftige Entwicklungslinien in diesem Feld aussehen können. Dabei zeigen sie auf, wie sich erstens die beiden Formen der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe ausdifferenziert haben und zweitens, welche Kooperationen und mögliche Schnittstellen sich heute eröffnen.

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_pdf-klIn ihrem Beitrag wirft Jo Moran-Ellis die Frage auf, ob das soziologische Argument, Kinder als soziale Akteure zu verstehen, sich für das Studium sehr kleiner Kinder nutzen lässt und untersucht die Grenzen dieses Ansatzes mit Bezug auf Forschungen mit Kindern jedweden Alters. Im Anschluss daran geht es um das Konzept ›soziale Kompetenz‹, das in das Denken über Kinder als soziale Akteure und Fragen von Agency zu inkorporieren ist, um strukturelle und intergenerationelle Dynamiken im Kinderleben stärker in Rechnung zu stellen. Die englische Übersetzung ist inklusive / English version included).

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_pdf-klPeter-Georg Albrecht unternimmt den Versuch, die bisherigen Ansätze ambulanter familienorientierter Hospizarbeit als »Sozialpädagogische Hospizarbeit« zu qualifizieren und damit einen Beitrag zur Etablierung der Hospizarbeit als Handlungsfeld bzw. Methodik der Sozialen Arbeit zu leisten. Damit dies gelingen kann, beziehen sich seine Überlegungen explizit auf einen Bereich der Hospizarbeit, die ambulante familienorientierte Sterbebegleitung sowie die gruppen-bezogene sozialpädagogische Sensibilisierung zu den Themen Pflege, Sterben, Tod und Trauer.

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_pdf-klDie »Konfrontative Pädagogik« stellt sowohl begrifflich als auch inhaltlich eine Kontroverse dar und es bleibt zu fragen, was sich explizit hinter dem Begriff verbirgt. Aufgrund der Tatsache, dass sich nicht nur  die »Konfrontative Pädagogik« an sich, sondern auch das Anti-Aggressivitäts-Training in ihren Grundzügen an die amerikanische Glen Mills Schools orientiert, versucht Tobias Ruttert auf der einen Seite die strukturellen Komponenten der »Konfrontativen Pädagogik« zumindest rudimentär darzustellen, damit sich auf der anderen Seite kritische Elemente herauskristallisieren lassen.

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_pdf-klWas ist die Motivation Soziale Arbeit zu studieren? Die hierzu bisher vorliegenden, keineswegs deckungsgleichen Befunde bilden den Ausgangspunkt für die Kasseler »Studieneingangs- und Studienverlaufsstudie“, deren Ergebnisse von Werner Thole und Markus N. Sauerwein empirisch sondiert werden. Über studienbegleitende Befragungen sollte u.a.  Wissen darüber gewonnen werden, ob sich die Motive für das und Hoffnungen an das Studium in unterschiedlichen Semestern unterscheiden beziehungsweise sich die Motive bei unterschiedlichen Studienjahrgängen different darstellen.

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_pdf-klIn seinem Beitrag befasst sich Heinz Messmer mit den Voraussetzungen einer gelingenden Hilfebeendigung im Kontext der stationären Fremdunterbringung im Übergang in die selbstständige Lebensführung. Grundlage seiner Analysen sind Befunde einer empirischen Studie zu den Maßnahmen eines in der Schweiz ansässigen Sonderpädagogischen Zentrums für Verhalten und Sprache in Bezug auf normalbegabte Kinder und Jugendliche, bei denen eine befristete oder länger anhaltende Sonderschulbedürftigkeit wegen Lern-, Verhaltens- oder Kommunikationsproblemen diagnostiziert wurde.

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_pdf-klAnhand einer exemplarischen Interviewanalyse wird von Stefan E. Hößl und Nils Köbel aufgezeigt, dass insbesondere die Biografie- und Jugend-, aber auch die Identitätsforschung einen erweiternden Blick auf die Jugendphase einnehmen können, wenn sie die Potenziale ernst nehmen, die eine Analyse von Biografien religiöser Jugendlicher eröffnet. Konkretisiert wird dieses anhand eines Interviews mit einem jungen Mann, der der sich selbst als Muslim definiert und die Relevanz religiöser Gefühle und Gedanken für seine Biografie beschreibt.

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_pdf-klChristine Hunner-Kreisel richtet den Blick auf  „global care chains“ und das damit zusammenhängende Phänomen der „children left behind“ als Bestandteil von transnationalen familiären Migrationsprozessen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, was der Capabilities-Ansatz zu diesem Thema leisten kann und was seine Grenzen sind. Hierzu werden zwei Aspekte zusammengeführt, zum einen die Unsichtbarkeit und das Nicht-Gehört-Werden von Kindern und Jugendlichen in Kontexten transnationaler familiärer Migration und zum anderen die mehrgesellschaftlichen Diskurse zu transnationalen familiären Familienformen in den Herkunfts- und Arbeitsortländern.

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_pdf-klManfred Liebel und Vanessa Masing beschäftigen sich in ihrem Beitrag mit der Vertretung der Interessen von Kindern in Deutschland. Zunächst legen sie die ihres Erachtens wichtigsten Grundfragen von Kinderinteressenvertretung dar. Nachdem sie daran anschließend einen kurzen Überblick über die Ursprünge der Kinderinteressenvertretungen in Europa gegeben haben, stellen sie verschiedene Ansätze in Deutschland vor und diskutieren diese. Dabei wird auch auf die Frage eingegangen, inwiefern die zur Interessenvertretung geschaffenen Institutionen Beschwerdemöglichkeiten für Kinder vorsehen.

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_pdf-klSchulsozialarbeit ist trotz langjähriger Praxis nach wie vor ein Handlungsfeld mit besonderer innerer Spannung: Einerseits erweist sie sich in der Praxis, unterstützt durch Theorie und Forschung als notwendig im Sinne eines erweiterten Bildungsverständnisses besonders für Bildungsbenachteiligte; andererseits bleibt sie in ihrem Profil zwischen den Welten von Jugendhilfe und Schule und in der Verschiedenheit der Trägerstrukturen äußerst unklar sowie politisch und finanziell ungesichert. Ursula Tölle benennt in ihrem Beitrag die Herausforderungen für die Koordinierungsstellen und deren Chancen.

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_pdf-klSeit zehn Jahren werden in England Adressat-Innen Sozialer Arbeit an der Umsetzung von Studiengängen Sozialer Arbeit umfangreich beteiligt. Unter AdressatInnen bzw. »service users« werden in diesem Zusammenhang primär Menschen verstanden, die persönlich Erfahrung mit dem sozialen Hilfesystem gemacht haben bzw. aufgrund benachteiligender Lebenslagen ihren rechtlichen Anspruch auf sozialstaatliche Leistungen wahrnehmen oder wahrgenommen haben. Franziska Anna Leers und Judith Rieger stellen erstmals die Entwicklung der Adressat-Innenbeteiligung bzw. des Service User Involvements (SUI) in der akademischen Ausbildung von SozialarbeiterInnen in England vor.

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_pdf-klAbhängigkeitserkrankungen gehören weltweit zu den chronisch-psychischen Krankheiten mit der höchsten Inzidenz. Sie sind auch speziell bei MigrantInnen aus russischsprachigen Ländern vertreten und zeigen oft sehr riskante Konsummuster. Auf der Basis einer laufenden Studie gehen Gundula Röhnsch und Uwe Flick der Frage nach, was russischsprachige MigrantInnen unter einer Abhängigkeit verstehen, ob sie meinen, davon selbst betroffen zu sein, wie sie ihre Abhängigkeit erleben und wie sie sich deren Zustandekommen erklären.

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