Beiträge
Nils Klevermann
Queere Jugendarbeit als Grenzbearbeitung. Eine Analyse von individuellen und kollektiven (Selbst-)Bildungsprozessen (S. 375-390)
In der queeren Jugendarbeit wird auf unterschiedliche Art und Weise eine Grenze zwischen einem heteronormativen Außen und einem heteronormativitätskritischen Innen performativ hergestellt und bearbeitet. Um die Bedeutung dieser Grenzen für Bildungsprozesse zu rekonstruieren, nimmt Nils Klevermann die Praktiken der Grenzziehung und -bearbeitung sowie deren Effekte in den Blick. Ausgehend von einer praxistheoretischen Perspektive auf Subjektivation, die darauf verweist, dass Subjektbildungsprozesse auf ein konstitutives Außen angewiesen sind, kann analysiert werden, wie Individuen sich in der queeren Jugendarbeit als queere Subjekte verstehen lernen (können).
Carolin Oppermann
»…. dass dieser Mensch in dieser Welt nicht mehr orientiert ist«. Demenz als soziale Kategorie (S. 391-407)
Der Beitrag von Carolin Oppermann hat zum Ziel, Demenz als explizit soziale Kategorie durch Dekonstruktionsprozesse sichtbar zu machen und damit die Diskussion um Demenz als soziale Kategorie auszudifferenzieren. Damit einhergehend ist ein weiteres Ziel verbunden, nämlich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie Demenz als eine soziale Kategorie alltäglich hergestellt wird und welche Konsequenzen dies für Menschen mit Demenz hat, um darüber eine kritische und programmatische Diskussion für Veränderungen anzustoßen.
Bernd Dollinger/Anna Merle Baldsiefen/Holger Schmidt/Hanna Weinbach
Praktiken sozialer Kontrolle in der Sozialen Arbeit. Ein Vorschlag zur Konzeptualisierung und empirischen Erschließung (S. 408-419)
Bernd Dollinger, Anna Merle Baldsiefen, Holger Schmidt und Hanna Weinbach nehmen ein Thema in den Blick, das in der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik kontrovers diskutiert wird und beschreiben es mit dem Begriff ›Kontrollpraktiken‹. In keinem Fall scheint eine gleichsam reine, kontrollentlastete Art von Hilfe realisierbar zu sein. An dieser Stelle setzt ihr Vorschlag zur Konzeptualisierung und empirischen Erschließung von Kontrollpraktiken an. Damit greifen sie das »Desiderat einer bisher nur ansatzweise geleisteten empirisch aufgeklärten Theoretisierung« auf und fragen: Wie, auf welche Weisen und in welchen Relationen zu je spezifischen Settings werden Praktiken sozialer Kontrolle in sozialpädagogischen Kontexten vollzogen und wie sind sie strukturiert?
Clemens Fürsich/Johanna Giesa/Annika Grießing/Jule Krämer/Sajani Pannerselvam/Teresa Witthüser
Innovation in der Praxis der Familienbildung. Ergebnisse einer explorativen Studie (S. 420-435)
Die Autor:innen Clemens Fürsich, Johanna Giesa, Annika Grießing, Jule Krämer, Sajani Pannerselvam und Teresa Witthüser begeben sich in ihrem Beitrag auf die Suche nach Innovationen in der Praxis der Familienhilfe und unternehmen damit den Versuch, innovatives Handeln empirisch zu erfassen und analytisch zugänglich zu machen mit dem Ziel, die spezifischen Bedingungen innovativen Handelns in der Familienbildung offenzulegen. Innovation wird hierbei nicht ausschließlich im Sinne linearer Neuerung verstanden, sondern als kreative Anpassung, situative Variation und symbolische Verdichtung alltäglicher Handlungen.
Jan A. Velimsky/Jürgen Bauknecht
›Another Brick in the Wall‹: Stigmatisierungserfahrungen Langzeiterwerbsloser als weiteres Hindernis für politische Partizipation und substanzielle Repräsentation. Sozialarbeiterische Interventionspotenziale (S. 436-453)
Wie sich Stigmatisierung auf die politische Beteiligung Langzeiterwerbsloser auswirkt, ist bisher kaum erforscht. Diese Auswirkungen werden von Jan A. Velimsky und Jürgen Bauknecht anhand quantitativer Analysen untersucht, um der Sozialen Arbeit weitere Ansatzunkte zur Unterstützung Betroffener in deren politischer Partizipation zu geben. Denn die erlebte Stigmatisierung Langzeitarbeitsloser führt nicht nur zu verschämter Erwerbslosigkeit, sondern auch zu einer niedrigen politischen Partizipation, die in einer geringeren substanziellen Repräsentation mündet.
Essay
Benno Hafeneger
Generative Verantwortung für die Zukunft. Anmerkungen zu einem vernachlässigten Zusammenhang (S. 454-457)
Np-Aktuell
In die Zukunft der Kinder, Jugendlichen und Familien investieren – Für starke kommunale Strukturen und eine zukunftsfähige Kinder- und Jugendhilfe (S. 458-462)